Hände unterstützen

Unterstützung von Schulen

Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder in eine der teuren Privatschulen, denn die staatlichen Schulen sind personell und materiell schlecht ausgestattet. Die Armut des Landes schlägt sich auch darin nieder, dass Gelder für das öffentliche Bildungswesen fehlen.
Unser Verein engagiert sich für die Mahankali Higher Secondary School in Nagarkot, die als staatliche Schule von den Kindern armer Familien besucht wird. Die Schule beginnt bei einer Art Vorschule ab dem vierten Lebensjahr und endet nach der Klasse 10. Sie hat rund 400 Schüler und 13 Lehrer, von denen neun vom Staat angestellt sind, die restlichen vier werden durch eine Schulgebühr von allen Schülern finanziert, obwohl staatliche Schulen eigentlich kein Schulgeld erheben. Die Ausstattung mit Räumlichkeiten, Lehrern und Unterrichtsmitteln ist mehr als dürftig. Ein Lehrer in Nepal verdient je nach Schulform zwischen 100 und 150 Euro im Monat.


Im Jahr 2009 konnten wir den Anbau von zwei Klassensälen mit Vereinsmitteln fördern. 2010 unterstützten wir den Neuanstrich der Schulgebäude, der von Lehrern, Schülern und Schulkomitee in Eigenarbeit vorgenommen wurde. Näheres siehe Newsletter 2009 und 2010.

Seit 2014 unterstützen wir die „Shree Sisnery High School“ am Rande von Patan, deren Schüler hauptsächlich der Kaste der „Unberührbaren“ angehören und in den umliegenden Hütten wohnen, wo die Eltern ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht durch Näh- , Metall- und Lederarbeiten bestreiten, die traditionell von dieser Kaste ausgeführt werden.
Wir konnten der Schule einen von Schülern der Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule gespendeten Trinkwassertank übergeben und einen weiteren aus Vereinsmitteln finanzieren. Nun kann eine Filteranlage in Betrieb genommen werden, welche die Schulgemeinschaft mit sauberem Trinkwasser versorgen wird.

Mütter-Intitiative zum Anbau von Bio-Gemüse

11 Mütter aus Pipalbot, einem Bergdorf bei Nagarkot, gründeten 2011 ein “Organic-Garden-Committee” und begannen im April mit der Terrassierung eines Brachlands. Sie wandten sich an unseren Verein, mit der Bitte, mit Saatgut und Sachmitteln den ersten Bioanbau in der Gegend zu unterstützen. Wir vermittelten den Kontakt zu amerikanischen Biolandwirten mit 20-jähriger Erfahrung, die uns zu einem kostenlosen Studientag einluden. Der Verein mietete einen Bus und so fuhren wir alle gemeinsam nach Patlikhet. Den ganzen Tag zeigten Jim und Uma, die beiden Amerikaner, wie man Beete anlegt, pflegt, wie man Schädlinge bekämpft und vieles mehr. Inzwischen ernten die Frauen regelmäßig aus Gewächshäusern und Gemüsebeeten und beliefern die naheliegenden Hotels.


2012 konnten wir jeder der beteiligten Familien eine von Vereinsmitgliedern gespendete Ziege übergeben und 2013 unterstützten wir die Gemeinschaft mit der Spende von natürlichem Biodünger.

Patenschaften

Durch unsere Patenschaften unterstützen wir bedürftige Familien und räumen die größten Steine für einen Schulbesuch aus dem Weg. Immer wieder erleben wir, dass gerade Mädchen diese Chance brauchen.


Zurzeit haben wir 27 Kinder in unserem Patenschaftsprogramm, von denen noch nicht alle Paten finden konnten.
Obwohl staatliche Schulen grundsätzlich allen Schichten offen stehen, verhindert in vielen Familien materielle Armut den Schulbesuch der Kinder, weil einfach das Geld für Schuluniformen, Schulbus, Lernmaterial und Prüfungsgebühren fehlt.

Unsere Kinder besuchen alle Klassenstufen, angefangen von der Vorschule bis einschließlich Klasse 12, danach haben sie einen Abschluss, der sie zur Berufsausübung qualifiziert, ein betriebliches Ausbildungswesen wie bei uns gibt es in Nepal nicht.
Wir, bzw. die Paten, unterstützen jedes Patenkind mit zurzeit 60,00 € pro Jahr, was etwa ein Drittel der tatsächlichen Kosten deckt. So erfahren die Familien durch uns eine große Unterstützung, werden aber nicht ganz aus ihrer Verantwortung entlassen. Es steht aber jedem Paten frei, sein Kind mit einem höheren Betrag zu unterstützen. Viele unserer Paten wollen einen persönlichen Kontakt zu „ihrem“ Kind, das unterstützen wir, indem Patenpost mit beschränktem Ausmaß und Gewicht durch uns auf unseren Nepalreisen befördert wird.

2013 konnten wir jeder Patenfamilie ein „Solar-Tuki“, ein kleines Solarpanel mit zwei separaten Lampen, zur Verfügung stellen, damit die Kinder ihre Hausaufgaben trotz der häufigen Stromausfälle nicht bei Kerzenlicht oder dem Schein von gefährlichen Kerosin-Lampen verrichten müssen.

Ziegen für Mütter

Das Ziegen-für-Mütter-Programm soll bedürftigen Familien helfen, durch den Aufbau einer kleinen Ziegenzucht den eigenen Lebensunterhalt und den Schulbesuch der Kinder zu sichern.


Die gespendeten Ziegen werden persönliches Eigentum der Mütter, niemand darf sie verkaufen. Die Tiere sind geschlechtsreif oder sogar schon trächtig, das erste weibliche Jungtier geht an die Gemeinschaft zurück, damit es an andere bedürftige Familien vermittelt werden kann. Die weiteren weiblichen Nachkommen gelangen zur Zucht, die männlichen zum Verkauf und bringen gute Einnahmen, denn Ziegenfleisch ist sehr beliebt und zugleich die teuerste Fleischsorte in Nepal.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass die „Ziegen-Mütter“ jeweils in Frauengruppen organisiert sind, und monatlich einen kleinen Geldbetrag in einen Fonds einzahlen müssen, aus dem die Mitglieder zinsgünstige Kleinkredite erhalten können. Das ist eine große Hilfe, denn über Bargeld verfügen diese Frauen meist nicht und der Weg zur Bank ist ihnen verschlossen.

Bisher (Anfang 2015) haben wir 86 Ziegen in und um Nagarkot übergeben und damit schon
vielen Familien zu einer Einkommensquelle verholfen. Die meisten der Ziegen wurden zu einem Geburtstag, zu Weihnachten oder als Hochzeitsgeschenk gespendet, wobei der Spender dem Tier einen Namen geben darf. Nach erfolgter Übergabe bekommt der Spender eine Rückmeldung mit Angaben zur Empfängerin und einem Foto.

Trinkwasser für Pilger

Religion hat einen hohen Stellenwert für die Menschen in Nepal, 80% der Bevölkerung sind gläubige Hindus. So ist es jedes Jahr für die Menschen in und um Nagarkot ein Bedürfnis, an einem speziellen Feiertag im August einen Shiva-Tempel, der auf einem Berg gelegen ist, zu besuchen und dort ein „Tikka“ (roter Segenspunkt auf der Stirn) von einem Priester zu erhalten. Dafür nimmt man den langen und beschwerlichen Fußweg in Kauf. Unser Verein hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, jeweils 2000 Liter sauberes Quellwasser in Tanks in der Nähe des Tempels bereitzustellen und an die durstigen Pilger, die sich kein Getränk kaufen können, zu verteilen. Das Wasser wurde freudig und dankbar angenommen, denn sauberes Wasser ist hier eine Kostbarkeit, die nicht allen zugänglich ist.

Trinkwasser für Dörfer

In Nepal gibt es keine öffentliche Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Es bleibt jedem Haushalt selbst überlassen, sein Trinkwasser zu beschaffen. So ist es Aufgabe der Frauen, für den Wasserbedarf von Familie und Vieh zu sorgen. Dies geschieht meist an öffentlichen Brunnen, die oft weit entfernt liegen und aus denen das Wasser mit Hilfe von Eimern mühsam hochbefördert und nach Hause getragen werden muss. Um Frauen von deser schweren Arbeit zu entlasten, haben wir damit begonnen, Trinkwassertanks für Dörfer bereitzustellen. Häufig kann so auch Quellwasser gesammelt und für die Trinkwasserversorgung verwendet werden.

Nähmaschinen für Frauen

Was einst als Einzelfallhilfe begann, haben wir nun weiter ausgebaut und bereits mehreren Frauen mechanische Nähmaschinen zur Verfügung gestellt und – wenn erforderlich – auch für einen Nähkurs gesorgt. So können die Frauen nach wenigen Monaten einfache Schneiderarbeiten für die Bewohner ihres Dorfes ausführen und so ein kleines Einkommen erzielen.

Unterstützung von Sanitätsstationen

Seit Jahren unterstützen wir den Health-Post in Nagarkot und auch die in den umliegenden Dörfern, indem wir Krankenbetten, Entbindungsbetten, Desinfektionsgeräte und andere Ausstattungsgegenstände sowie Hilfsmittel zur Verfügung stellen.

Einzelfallhilfe

Unser Verein engagiert sich schwerpunktmäßig im Gesundheits- und Bildungswesen. Nach gewissenhafter Prüfung und Beschluss des Vorstandes ist auch Einzelfallhilfe in begründeten Fällen möglich. So wurden z.B. die Medikamentenkosten für einen an Epilepsie erkrankten jungen Mann durch unseren Verein bzw. das Engagement einzelner Mitglieder übernommen. An anderer Stelle besorgte Semanta Pokhrel, unser Gründungsmitglied in Nepal, im Auftrag eines Vereinsmitglieds für die Schwester und „Pflegemutter“ eines Patenkindes eine mechanische Nähmaschine als Grundstock für ein regelmäßiges Erwerbseinkommen.


Wir leisteten einen Beitrag zur Finanzierung der Operationskosten eines jungen Mädchens, das nach einem Selbstmordversuch mit Kerosin unter schweren Brandverletzungen litt und noch leidet. Außerdem untestützten wir eine Familie, deren Vater und Ernährer Sebstmord beging. Für das Dorf Misa Gaun nahe Nagarkot übernahmen wir die Baukosten für das Dach einer Zwergschule für die Kleinsten, für die der normale Schulweg zu lang ist.

Ausblick

Ein Blick auf unsere Projekt-Pipeline:

  • Verbesserung der medizinischen Versorgung hauptsächlich von Frauen, besonders während Schwangerschaft und Entbindung
  • Bau von Sanitäreinrichtungen und Verbesserung der hygienischen Verhältnisse
  • Verbesserung der Trinkwasserversorgung
  • Hilfe bei der Erschließung von Einkommensquellen durch die Spende von Ziegen und Nähmaschinen
  • Einrichtung weiterer Bio-Gärten
  • Unterstützung der örtlichen Behörden bei der Durchführung von Alphabetisierungs-Kursen

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